Die Krise um das iranische Atomprogramm verschärft sich weiter. Zum ersten
Mal konnten sich die USA und EU-Staaten über die wirksame Sanktionen einigen.
Diesmal betreffen die Sanktion die Erdölexporte, wichtigste Einnahmequelle für
den Iran. Auf Gegenmaßnahmen ließ Iran nicht lange warten. Zuerst kamen die
Warnungen, die Straße von Hormus zu blockieren. Manöver der iranischen Marine
im persischen Golf sollten diese Aussage bestätigen.
Aber noch eine Warnung wurde von europäischen und amerikanischen Medien
nicht bemerkt (hoffentlich, nicht von Diplomaten). Zwei Ereignisse in
Aserbaidschanischer Republik, dem nördlichen Nachbarn Irans, sollten auch die
Aufmeksamkeit der Medien genießen. Am 16. Januar wurden mehr als 20
Internetseiten aserbaidschanischer Behörden angegriffen. Wie es sich später wurde
bekannt, man diese Angriffe aus dem Iran durchgeführt aht. Drei Tage später, am
19. Januar, zwei Personen wurden festgenommen, die Attentate auf die
„angesehene Ausländer“ vorbereitet haben. Waffen und Munition haben sie aus
Iran bekommen. Beide diese Ereignisse sollten wir auch eine Art Warnungen
wahrnehmen. Für wen sind diese Warnungen werden wir jetzt analysieren.
Aserbaidschan befindet sich in einer strategischen Region. Wie Zbigniew Brzeziński schreibt: „Ein
unabhängiges Aserbaidschan, das mit den Märkten des Westens durch Pipelines...verbunden
ist, wird...für die hochentwickelten, auf Energie angewiesenen
Volkswirtschaften ein Einfallstor zu den energiereichen zentralasiatischen
Republiken sein“. Und wenn wir ein genauer Blick auf die Karte werfen, sehen
wir wie treffend hat Brzeziński die
Lage Aserbaidschans beschrieben. Wir merken auch, dass der Schlüssel von diesem
Tor in Händen von Iran (und Russland) ist. Und die Iraner können dieser Tor
schließen, indem sie Baku-Tiflis-Ceyhan („Dschejchan“ ausgesprochen)
Pipeline angreifen (1). Durch diese Pipeline fließt Erdöl aus Aserbaidschan und
Kasachstan. Einer der größten Nutzer dieser Pipeline sind die Israelis. 20% der
israelischer Erdölimporte kommen aus Aserbaidschan durch Baku-Tiflis-Ceyhan
Pipeline. Außerdem wird der eventuelle iranische Angriff einen Todschlag für
„Nabukko“-Pipeline bedeuten (2). Dieses Projekt soll, Russland umgehend, die
Gasvorkommen in Zentralasien mit den Verbrauchern in Europa verbinden.
Wahrscheinlich auch die Gefahr einer Militäraktion durch den Iran verhindert
den Bau dieser Pipeline.
Aserbaidschan gehört zu so genannten „Northern Distribution Network“. Durch
dieses Netzwerk wird Nachschub an die in Afganistan stationierten NATO-Truppen
gebracht. Laut Quellen 3 Flughäfen in Aserbaidschan gehören zu NDN. Vernichtung
dieser Flughäden konnte den Nachschub der Truppen in Afganistan stören,
besonders nachdem Pakistan sein Territorium für den Nachschub geschlossen hat.
Iranische Bedrohung zwingt auch die Türkei den Iran zu unterstützen. Im
Falle Angriffs auf die aserbaidschanische Erdölinfrastruktur kann die Türkei
über den Traum einer „Energiemacht“ vergessen. Wiederaufbau der Infrastruktur
wird Jahre und Milliarden von Euro in Anspruch nehmen. Diese Zeit kann Russland
ausnutzen um ihre eigene Projekte wie „South-Stream“ voranzutreiben. Außerdem
wird alte sowjetische Pipeline Baku-Noworossijsk an Bedeutung gewinnen. Das wir
zu einer Stärkung Russland nicht nur im Südkaukasus führen, sondern auch im
Schwarzmeerraum.
Man muss nicht außer Acht lassen, dass für zwei Jahre, 2012-2013,
Aserbaidschan einen Sitz in Sicherheitsrat von UNO hat. Und natürlich wird
Aserbaidschan versuchen, die Maßnahmen gegen Iran in Sicherheitsrat zumindest
zu entschärfen.
Abschließend, sollten wir kurz sagen, dass Aserbaidschan, als nördlicher
Nachbar von Iran, in Reichweite iranischer Artillerie und Luftwaffe ist,
geschweige von Armee und Flotte. Aserbaidschanisch-iranische Grenze ist 765 km
lang und einzige Hindernis ist Fluss Aras. Danach kommt Flachland, das
schwierig zu verteidigen ist. Deshalb man musste diese Bedrohung ernst nehmen.
Falls die Existenz der islamischen Republik in Frage gestellt wird, dann wird
die iranische Führung ohne Verzögerung und Zweifel Aserbaidschan angreifen.
Anmerkungen
1 – Diese Pipeline wurde 2005 geöffnet, ist 1760 meter lang und durchquert
Aserbaidschan, Georgien und die Türkei.
2 – Nabukko-Pipeline soll die Gasvorkommen in Aserbaidschan und
Turkmenistan mit Zentraleuropa verbinden. Sie soll in Turkmenistan beginnen und
solche Länder wie Aserbaidschan, die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und
Österreich durchqueren.
(Veröffentlicht am 29/1/2012)
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