http://atlantische-initiative.org/2012/03/15/unsere-verantwortung-in-syrien/
Dieser Beitrag hat mich dazu bewegt, einen neuen Post
schreiben. Diesmal über die Syrien-Krise. Ich wollte feststellen, was man in
Westen darüber sagt und was man tatsächlich tut.
Erstens, man kann das Wort „Syrien“ mit „Bahrain“ oder „Saudi-Arabien“
ersetzen und fragen, wieso die Weltöffentlichkeit dort nicht reagiert hat,
obwohl die Regierungen beider Länder genau das gemacht haben, was jetzt Assad
macht.
Zweitens, es gab schon Fälle, als die westliche Mächte (in erster Linie die
USA) auch ohne Resolution militärische Maßnahmen ergriffen haben. Warum könnte
man das nicht tun? Besonders wenn es um „Responsibility to Protect“ geht. Das
ist von einer Seite. Und von anderer, in der UNO-Resolution zu Libyen ging nur
um die „Luftverbotszone“, nicht um die Unterstützung von Rebellen, die zur
Ausschöpfung von Munitionsvorräten führte, so intensiv waren die Bombardements.
Deshalb UNO-Sicherheitsrat konnte man schon ignorieren, es gibt zahlreiche
andere Organisationen, die diese Intervention rechtfertigen werden. Und außerdem,
was können Russland und China machen, wenn es eine Intervention stattfinden
würde. Der Antwort ist einfach: Nichts.
Drittens, hier geht es nur um ein „eindeutiges Signal“ an Assad-Regime. Als
ob es nicht genügend Signale gegeben hätte. Kann ein Signal, egal woher, Assad
halten? Ich glaube nicht.
Und jetzt sollten wir diesen Fall bisschen näher untersuchen. Die Frage
hier ist nicht, was in Syrien passiert, sondern was passiert um Syrien. Los
geht´s
Woher entstehen alle Verschwörungstheorien? Genau nach solchen Aussagen,
wie die von Frau Müller, weil kein normaler Mensch glaubt, dass die außenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag
die von dem Autor oben erwähnten Tatsachen nicht kennt. Und was sollte man
denken? Einfach dass Frau Müller lügt und hier geht es nicht um die Freiheit
oder die Leben von einfacher Syrer, sondern um etwas anderes. Und diese Aussage
führt uns zum nächsten Punkt.
In dieser Krise sind viele Seiten involviert. Ich kann
die Motive Russlands und Chinas verstehen, warum sie Syrien mehr oder weniger
unterstützen. Ich kann die Motive von Assad verstehen. Ich kann nur nicht den
Westen verstehen. Was wollen sie da? Zivilbevölkerung schützen. Gut, aber warum
machen sie das so inkonsequent. Jetzt versuchen wir (ohne Verschwörungstheorie)
zu analysieren.
Erstens, wen jetzt interessiert, was nach dem Sturz
Gaddafis in Libyen passiert: Das Land befindet sich grade in einem Zustand
bellum omnia contra omnes. Kyrenaika (westliches Teil Libyens, wo sich die
Stadt Bengasi befindet) hat Autonomie erklärt. Regierung kann nichts gegen die
bewaffneten „Freiheitskämpfer“ machen.
Zweitens, in Libyen haben die erzkonservativen Staaten
wie Saudi-Arabien und Katar enorm an Einfluss gewonnen. Außerdem sind die
radikale Islamisten, die von beiden oben erwähnten Staaten unterstütz werden,
die Hauptgenießer von Gaddafis Sturz.
Drittens, es ist schon klar, dass Assad das Land relativ
sicher unter im Griff hat. Und die Protestierende sind zu schwach, um den
syrischen Streitkräften Stirn zu bieten. So ist auch die „Frei Syrische Armee“,
die eher eine Vereinigung von Söldner und Extremisten ist, als eine Armee.
Viertens, Syrien befindet sich in einer gefährlichen
Region. Ein Bürgerkrieg wie in Libyen muss man vermeiden.
Fünftens, das war die Trägheit der „arabischen Frühling“,
als Westen alle Revolutionen (die Ausnahmen habe ich schon am Anfang erwähnt)
unterstützt hat. Jetzt kann es so sein, dass man das nicht mehr machen will,
zumindest in Syrien.
Aus allen oben erwähnten Gründen, könnten die Westmächte
nicht auf eine Intervention setzen, sondern an eine „Transformation“ von innen.
Dafür gibt es auch ein guter Vorwand, nämlich das Veto von Russland und China.
Und was den Schutz von Zivilbevölkerung in Syrien angeht,
so kann ich nur sagen, dass wenn Frau Müller (und auch die andere
NATO-Mitglieder) gesagt hätte, dass sie bereit ist, deutsche Soldaten
nach Syrien zu schicken, um Assad zu halten, das wäre schon ein Signal, das
Assad nicht ignorieren konnte. Alles andere ist nur ein diplomatischer
Geplauder. Und das war´s für heute.
Veröffentlicht am 15/3/2013
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